Wie managen Betriebe ihr Wissen? Erkenntnisse aus qualitativen Interviews


IIm Frühsommer 2026 führte das Projekt IWADIKA qualitative Interviews mit ausgewählten nordhessischen KMU durch, um die bisherigen Projektergebnisse weiter zu vertiefen und offene Fragen aus der quantitativen Befragung genauer zu untersuchen. Im Mittelpunkt standen dabei ganz praktische Fragen: Was tun Betriebe heute schon, um wichtiges Wissen festzuhalten und an andere weiterzugeben? Welche digitalen Hilfsmittel nutzen sie dafür bereits – und wo fehlen noch passende Lösungen? Wer im Betrieb verfügt über besonders wichtiges Wissen, und wie wird dieses Wissen weitergegeben?

Dabei zeigten sich einige Gemeinsamkeiten: Wissen konzentriert sich häufig auf die Geschäftsführung oder wenige erfahrene Mitarbeitende, bei denen wichtige Abläufe, Kund:innenbeziehungen und Erfahrungswissen zusammenlaufen. Obwohl diese Personen für den Betrieb unverzichtbar sind und teilweise einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind, wird ihr Wissen bislang nur selten systematisch dokumentiert. Gleichzeitig arbeiten viele Betriebe mit einer Mischung aus analogen und digitalen Abläufen. Informationen finden sich beispielsweise in Ordnern, auf Papier, auf einzelnen Computern oder in persönlichen Dateien. Für andere Mitarbeitende oder mögliche Nachfolger:innen ist dadurch oft schwer erkennbar, wo wichtiges Wissen liegt und wie sie darauf zugreifen können.

Die Interviews zeigen damit: Wissensmanagement beginnt in vielen KMU nicht mit einem großen digitalen System, sondern bei einer grundlegenden Frage: Welches Wissen ist für den Betrieb wichtig – und was passiert damit, wenn die Person, die es besitzt, irgendwann nicht mehr da ist?

Die detaillierten Ergebnisse unserer exemplarischen Untersuchung finden Sie in der Publikation „Wie managen Betriebe ihr Wissen? Erkenntnisse aus qualitativen Interviews mit sechs Unternehmen„.